Die Story

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf, erzählt der Film die Geschichte der jungen Rita Seidel und dem Chemiker Manfred Herrfurth und spielt zu Beginn der 1960er Jahre. Sie beginnt mit Ritas Zusammenbruch und blickt dann zurück in die Vergangenheit, als Rita Manfred in ihrem Heimatdorf kennenlernt. Immer wieder springt die Geschichte zwischen diesen beiden Zeiträumen. Beide unterscheiden sich nicht nur wesentlich im Alter, auch die Lebenseinstellungen und Positionen beider sind sehr unterschiedlich. Sie lernen sich bei einer Tanzveranstaltung kennen. Beim letzten Tanz spricht Manfred sie an und ihre gemeinsame Geschichte beginnt. Sie lernen sich kennen und verlieben sich.

Rita, die zunächst in einem Versicherungsbüro arbeitet, entschließt sich auf Initiative von Schwarzenbach, dem "Bevollmächtigten für Lehrerwerbung" zu einem Studium und kommt in die "rußerfüllte Stadt" nach Halle. Sie zieht zu Manfred in eine Dachgeschosswohnung des Hauses seiner Eltern, dass er spöttisch als seinen "Lebenssarg" bezeichnet. Die Wohnung in der Hallenser Innenstadt ist ihr Domizil und zugleich Schauplatz ihrer Beziehung, eine Art sichere Höhle. Dorthin ziehen sich gerne zurück, beispielsweise nach der eisigen Atmosphäre bei den Abendessen mit Mutter und Vater Herrfurth, mit denen Manfred offenbar dauerhaft im Streit liegt. Während Manfred als Chemiker an verschiedenen Produktionsverfahren arbeitet, geht Rita im Waggonbauwerk Ammendorf [L] einer Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin nach. Sie wird in die berühmte Brigade Ermisch aufgenommen, wo der Brigadier offenbar durch gefälschte Zahlen die Arbeitsergebnisse aufhübscht, und dort dem älteren Rolf Meternagel und dem jungen Hänschen zugeteilt.

Nach und nach erfährt Rita mehr über ihre Kollegen und auch über Manfreds Vergangenheit. Meternagel war offenbar schon Meister im Betrieb, wurde aber von Vater Herrfurth für irgendein Vergehen fälschlicherweise seines Postens enthoben. Seitdem beobachtet er aufmerksam den Arbeitsalltag und notiert ihn in einem Notizbuch. Manfred erzählt die Geschichte seiner Familie, seinem Vater, der erst bei der HJ und der SA war und dann in die SED eintrat. Ferner wird seine Arbeit aus politischen Gründen torpediert und seine Methoden immer wieder abgelehnt. So wird deutlich, dass Manfred unglücklich mit dem sozialistischen System ist und sich ungerecht behandelt und belogen fühlt.
In Waggonbauwerk stockt die Arbeit, es gibt Zulieferprobleme und die Situation zwischen den Kollegen, besonders Ermisch und Meternagel spannt sich an. Der alte Werksleiter ist aus dem Westen nicht zurückgekehrt und Ernst Wendland wird neuer Werksleiter, er soll die Krise meistern.

Eingeschoben sehen wir Rita im Bett, offenbar noch immer geschwächt nach ihrem Zusammenbruch. Sie erinnert sich an einen Ausflug mit Manfred in den Harz an einem schönen Sommertag um seine Promotion zu feiern. Erinnerungen an glückliche Tage. Abends trifft Manfred Wendland auf einem Fest, sie kennen sich noch aus der Schulzeit. Tages darauf hat Rita ihren 20. Geburtstag.
Ob der Probleme im Betrieb öffnet Meternagel sein Buch und zeigt der Brigade die verschwendete Arbeitszeit auf. Er initiert eine Selbstverpflichtung um den Plan wieder zu erfüllen, zunächst findet er keine Unterstützung, doch nach und nach unterschreiben alle Kollegen. Zur Feier des 15. Jahrestages wird der Plan wieder erfüllt und alle treffen sich auf einem Empfang. Manfred diskutiert mit Wendland die Geschichte, sein resignatives Weltbild wird sehr deutlich.

Manfred findet einen neuen Helfer und Freund, den Ingenieur Martin Jung. Gleichzeitig beginnt Rita ihr Studium, ein allzu parteigetreuer Student namens Mangold macht ihr allerdings große Sorgen, was sie auch mit Schwarzenbach bespricht. Dann stellt sich heraus, dass Sigrid, eine Freundin Ritas, seit Wochen die Republikflucht ihrer Familie zu decken versucht und darüber an den Rand des Zusammenbruchs gerät. Während Manfred mit Martin in einem volkseigenen Betrieb das Verfahren vorstellt, bleibt Rita alleine mit ihren Problemen. In einer Art Schauverhandlung an der Uni wirft Mangold Rita und Sigrid das Verschweigen der Republikflucht vor und fordert ihren Ausschluss. Schwarzenbach setzt sich aber für beide ein und verhindert dies.

Manfreds Unzufriedenheit wächst, immer wieder wird er abgelehnt. In Gesprächen, beispielsweise bei einem Treffen seines Professors, äußert er seinen Unmut und lobt den Westen. Auf einer Testfahrt eines neuen Waggons, bei dem Ritas Brigade beteiligt ist, argumentiert Manfred heftig mit Wendland, besonders als die Nachricht vom ersten Russen im Kosmos sie erreicht. Rita fühlt sich immer mehr zurückgesetzt und ausgeschlossen.
Ein Sprung in der Zeit nach vorn.
Nachdem Martin vom Institut ausgeschlossen wurde (später wird er wieder aufgenommen und sein Verfahren akzeptiert) und Manfreds Verfahren im Westen Anklang findet, reist er nach Westberlin und kommt nicht wieder zurück. Obwohl sie sehr enttäuscht scheint, reist Rita ihm 11 Wochen nach seiner Flucht nach und möchte ihn besuchen. Doch der Westen gefällt ihr nicht, sie kann sich nicht vorstellen dort zu bleiben. Verletzt von der Lebenseinstellung ihrer großen Liebe und bedrückt, was die politische Situation angeht, reist sie zurück in den Osten.

Zuletzt besucht sie Meternagel. Er wurde mittlerweile im Betrieb rehabilitiert, ist aber gesundheitlich stark angeschlagen und fährt zur Kur. Rita geht zurück in die Stadt, offenbar reifer und erwachsener geworden durch ihre Erfahrung, die sie aber noch zu überwinden hat.

„Good Bye Lenin“ erzählt die Geschichte der Familie Kerner. Im Sommer 1978 bricht die Welt der Familie zusammen. Während die Kinder Alex und Ariane im Fernsehen erleben, wie der erste Kosmonaut der DDR Sigmund Jähn das All erforscht, erfährt Christiane Kerner durch die Stasi, dass ihr Mann Robert von einer Dienstreise nach Westberlin nicht zurückgekommen ist, wahrscheinlich wegen einer anderen Frau. Die Mutter ist geschockt und wird daraufhin apathisch, muß in eine Psychiatrie eingeliefert werden. Als sie diese nach vielen Wochen verlassen kann, verdrängt sie ihren Mann aus dem Bewußtsein und engagiert sich fortan leidenschaftlich für ihr Land.

Elf Jahre später feiert die DDR am 7. Oktober 1989 ihr 40-jähriges Bestehen [V]. Christiane Kerner wird in den Palast der Republik zu dem Festakt eingeladen. Ihr Sohn Alex steht der DDR nicht sehr positiv gegenüber und nimmt daher gleichzeitig an einer Demonstration teil, die durch Berlin zieht. Hier trifft er das erste Mal auf das russische Mädchen Lara.

Plötzlich wird die Demonstation von der Polizei zerschlagen und Alex wird verhaftet. Seine Mutter, eigentlich auf dem Weg zur Veranstaltung, wird zufällig Zeuge dieser Auseinandersetzung und erleidet einen Herzinfarkt. Alex muss hilflos zusehen, wie sie auf der Straße in sich zusammensackt. Aufgrund des Gesundheitszustandes seiner Mutter darf Alex das Gefängnis frühzeitig verlassen. Sie liegt im Koma, die Chance das sie wieder aufwacht ist eher gering. So verschläft sie die Ereignisse der nächsten Monate. Den Fall der Mauer [V], Erich Honeckers Rücktritt und die Vereinigung Deutschlands. Tochter Ariane schmeisst ihr Wirtschaftsstudium und arbeitet als Kassiererin bei einem Schnellimbiss, trifft dort Reiner, der ihr neuer Freund wird. Der Fernsehreparaturbetrieb, in dem Alex bisher gearbeitet hat, wird abgewickelt. Aber er trifft Lernschwester Lara wieder, die seine Mutter betreut und verliebt sich in sie.

In einem Westberliner Unternehmen findet Alex dann wieder Arbeit, er verkauft Satellitenschüsseln. Sein Kollege Denis, ein engagierter Video-Tüftler, wird auch bald sein Freund. Ein schöner Sommer geht vorüber und während Alex und Lara sich das erste mal am Krankenbett küssen, erwacht die Mutter überraschend aus dem Koma, das acht Monate angedauert hat.

Trotzdem ist ihr Zustand mehr als instabil und die Ärzte warnen, dass jede noch so kleine Aufregung tödlich sein könnte. Darum beschließen die Geschwister ihr nichts über die politischen Umwälzungen zu erzählen. Sie holen sie aus dem Krankenhaus in ihre Wohnung, die nun mit viel Arbeit wieder in den Prä-Mauerfall-zustand versetzt werden muss. Für seine Mutter inszeniert Alex fortan die DDR auf 79qm. Das ist gar nicht so einfach im Angesicht der Tatsache, dass die DDR-Alltagskultur immer mehr aus der Welt verschwindet, zusammen mit altbekannten Ostprodukten. Alex improvisiert und organisiert, wo er nur kann. Er besorgt alte Aufnahmen der „aktuellen Kamera“, damit seine Mutter fernsehen kann und als an ihrem Geburtstag ein riesengroßes „Coca-Cola“-Transparent vor dem Fenster entrollt wird, liefert er die Erklärung hierfür in einem eigenen Beitrag, den er zusammen mit Denis dreht: Die DDR habe in einem Patentverfahren gegen den Cola-Riesen gesiegt.

Doch eines Tages stolpert die Mutter auf die Straße, wo sie einer ihr vollkommen fremden Welt begegnet und der Kopf einer großen Leninstatue an einem Hubschrauber hängend an ihr vorbeifliegt. Denis verkündet am Abend in der „Aktuellen Kamera“, dass Erich Honecker die Grenze für die Bürger der BRD, die vor dem Kapitalismus in den Osten fliehen wollen geöffnet hat. Zwar glaubt die Mutter dies vorerst, doch immer mehr wächst seine konservierte Welt Alex selbst über den Kopf.
Als die Mutter dann während eines Besuches auf der Familiendatsche die Wahrheit über den Vater berichtet, wendet sich das Blatt abermals. Offenbar hat er ihr und seinen Kindern noch Jahre nach seiner Flucht Briefe geschrieben, die die Mutter versteckt hat. Sie selbst hatte Angst auch in den Westen zu flüchten. Die Mutter erleidet einen erneuten Infarkt und muss wieder ins Krankenhaus. Alex macht sich auf um ihr ihren letzten Wunsch zu erfüllen: Sie möchte ihren Mann noch einmal treffen. Alex sucht ihn in seinem Haus auf und begegnet dort seiner neuen Familie. Lara nötigt Alex endlich mit den Lügen aufzuräumen und seine inszenierte Welt zu einem Ende zu bringen und so inszeniert er ein letztes Mal einen Fernsehbericht um die beiden deutschen Staaten wiederzuvereinigen. Kurz darauf verstirbt die Mutter und Familie und Freunde bestatten sie, indem sie ihre Asche mit einer Rakete in die Luft schießen. Das Ende der Mutter ist gleichsam das Ende der Existenz zwei getrennter deutscher Staaten.



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